5. Mai 2005
 
Baselstädtischer Schwingertag
   
 

Ein Superfest trotz kühler Witterung!
 

In einem sensationellen Schlussgang drehte der Aargauer Mario Thürig in nur 14 Sekunden seinen Finalgegner Mathias Studinger im ersten Zug auf den Rücken. „Taktieren ist nicht meine Stärke, ich schwinge lieber auf Angriff“, kommentierte der frisch gebackene Schwingerkönig diese ultraschnelle Entscheidung. Dieser Erfolg war für den 20 jährigen – und somit jüngsten, eidgenössischen Kranzschwinger schon deshalb eine Genugtuung, weil es ihm in drei vorangegangenen Anlässen nicht vergönnt war im Schlussgang zu siegen. Ganz speziell wär es gewesen, meinte der 1,92 Meter grosse und 105 Kilogramm schwere Muster- thlet weiter, wenn ich im Schlussgang gegen meinen Bruder Guido gewonnen hätte.

 

Dieser kurze Bericht über den Ausgang des Baselstädtischen Schwingertages 2005 ist für viele unserer Helferinnen und Helfer gedacht, die vor lauter servieren, transportieren, ein-und ausschenken, grillieren, bauen, rechnen, bewachen, erklären, photographieren und weiss der Geier wie viele hundert Tätigkeiten, leider keine Zeit hatten, die spannenden Kämpfe im Sägemehl zu verfolgen.

Es war kühl, sehr kühl und ebenso früh (vor sechs Uhr morgens), als die ersten Aktivitäten auf dem Sandgrubenareal gestartet wurden. So galt es, die Gaben in den berühmten Tempel zu schaffen, im Restaurant unter dem riesigen Zelt die Speise- und Getränkekarten aufzulegen, die Büros einzurichten, die Einsatzpläne zu studieren, kurz, dem gesamten Festplatz den letzten Schliff zu geben.

Manch einer staunte, was für eine tolle Infrastruktur Ruedi Bossert und seine Helfer auf die Sandgrube gezaubert hatten.  Nach der Kampfrichtersitzung hiess es um Punkt 8 Uhr antreten für die Schwinger. Um 8 Uhr 15 begann das Schwingerfest mit dem Anschwingen. Da sich die ersten Gäste schon kurz nach sechs Uhr einfanden, konnten wir uns über mangelnde Arbeit nicht beklagen. Das Restaurant füllte sich nach und nach und das Bedienungspersonal musste einen Gang zulegen. 

   

Mit einer witzigen und beachtlich langen Begrüssung in Versform hiess unser OK- Präsident Dieter Steffen die Ehrengäste willkommen. Nach dem Motto „sehen und gesehen werden“, mischten sich verständlicherweise auch gewöhnliche Gäste unter diesen illusteren Kreis. Nach dem Kranzausstich sprach Regierungsrat und Ehrenpräsident Dr. Carlo Conti zu den Schwingern und zu den mittlerweilen 3`200 Besuchern. Er lobte die Fairness und die Kameradschaft, die in diesem Sport gross geschrieben werden und wünschte sich nur ein bisschen davon hin und wieder in der Politik zu spüren. Petrus hatte einmal mehr ein Einsehen und wartete mit dem Regen immerhin bis zur Rangverkündigung und Preisverteilung. Für glänzende Stimmung und gute Unterhaltung sorgten Fahnenschwinger und Alphornbläser, das Basler Schwyzerörgeli Quartett und nicht zuletzt der Jodlerclub Echo Basel.

 Es ist eine eingeschworene und traditionsbewusste Gesellschaft, die sich jedes Jahr zu diesem interessanten und schönen Anlass auf der Sandgrube trifft. Und dies seit 86 Jahren! Es gibt demzufolge auch schöne Erinnerungen und viel zu berichten. So wusste Christoph Eymann von einer lustigen Episode zu erzählen die sich vor Jahren zugetragen hat. Man entschloss sich nach vergeblichem Suchen das gesammte Sägemehl eines Ringes zu sieben und hatte damit Erfolg.

Das verlorene Gebiss eines Schwingers kam auf diese Weise wieder zu Vorschein!  Zum Schluss bleibt der Dank an alle Helferinnen und Helfer für den tollen Einsatz. Dank gebührt aber auch den Vertretern des Schwingerverbandes Basel-Stadt für die professionelle Unterstützung und die vorbildliche und optimale Zusammenarbeit bei der Vorbereitung zu diesem Grossanlass.
 

Hansjörg Thommen